5 Gründe, weshalb dein AI-Content floppt (und wie du es ändern kannst)

Viele Marken testen AI-Content, doch die erhoffte Wirkung bleibt oft aus. Kosten sinken kaum, Qualität nimmt ab, und der Content bringt keine neuen Impulse. Woran liegt das? Unsere Erfahrungen aus der Zusammenarbeit mit Marken bei der Implementierung von GenAI zeigen, dass dahinter oft fünf unterschiedliche Probleme stehen.

Michael Ryser – 21. Mai 2026

Eine extreme Nahaufnahme eines Mannes, der mit weit aufgerissenen Augen und geöffnetem Mund direkt in die Kamera blickt. Die Aufnahme wurde mit einem Fisheye-Objektiv (Fischauge) gemacht, wodurch das Bild kreisrund verzerrt ist und der Kopf im Zentrum steht. Er hat zerzaustes braunes Haar und trägt eine dunkelblaue Fleecejacke vor einem hellblauen Himmel mit leichten Schleierwolken.

Der Hype um KI-generierten Content ist real. Kaum eine Marke, die nicht zumindest testet, was mit der neuen Technologie möglich ist. Die Ernüchterung folgt aber oft schnell: Der Content wirkt generisch, die Kosten lassen sich kaum senken und statt neuer Impulse entsteht mehr vom Gleichen. Die Tools werden für schlecht erklärt und die Versuche begraben. Dabei sind Probleme oft offensichtlich und die Lösung einfach.

Grund 1: Fehlende interne Kommunikation

Schaden
Gross
Effort
Eher klein
Potenzial
Sehr gross

Künstliche Intelligenz wird genutz, ob Firmen das wollen oder nicht. Umso wichtiger ist es, klar zu kommunizieren, was erlaubt ist, wofür sie eingesetzt werden soll und welchen Nutzen man sich davon verspricht. Diese Klarheit ermöglicht es Mitarbeitenden, den Einsatz von Beginn weg gezielt zu planen, sodass Fragen nicht erst am Ende einer Produktion auftauchen. Falls noch keine Richtlinien existieren, kann übrigens auch das kommuniziert werden.

Grund 2: Fehlendes Bewusstsein über eigenen Content

Schaden
Mässig
Effort
Mässig
Potenzial
Gross

Wenn die Art, wie Content produziert wird, verändert werden soll, braucht es Klarheit über den bestehenden Content. Oft ist gar nicht ganz klar, was eigentlich alles produziert wird, wer es produziert, auf welchen Kanälen es landet und was eine Produktion überhaupt kostet. Ohne diese Übersicht ist es schwer, fundierte Entscheide zu treffen und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. Zudem verunmöglicht es den Vergleich nach einer ersten Testphase.

Grund 3: Alte Denkmuster bleiben bestehen

Schaden
Klein
Effort
Mässig
Potenzial
Sehr gross

KI erlaubt es uns Content und Geschichten komplett neu und viel flexibler zu erzählen. So können komplexe Themen einfach aufbereitet, adaptiert und über mehrere Kanäle hinweg verbreitet werden. Auch kann Content viel zeitnaher erzählt werden und die Geschichte konstant weiterleben. Sogenanntes fluides Storytelling eröffnet Marken ganz neue Potenziale in der Customer Journey. Doch um diese Potenziale zu nutzen, ist eine Umstellung in der Denkweise wie Content geplant und produziert wird erforderlich.

Grund 4: Scheu vor dem Initialaufwand

Schaden
Gross
Effort
Aufwändig
Potenzial
Sehr gross

Sobald der Entscheid steht, dass eine Marke KI-Content bewusst und flächendekend eingesetzt wird, ist eines wichtig: Keine Angst vor dem Initialaufwand. Künstliche Intelligenz kann günstiger sein, ja. Aber zu Beginn benötigt es Tools, eigene Lösungen und Schulungen, die zuerst einmal Ressourcen kosten. Saubere Grundlagen ermöglichen spätere Kostenersparnisse.

Grund 5: Fehlende Creative Direction

Schaden
Gross
Effort
Eher klein
Potenzial
Sehr gross

AI-Modelle sind gut darin den Durchschnitt ihrer Datensätze darzustellen, das bedeutet aber auch, dass ohne klare Creative Direction nur Mittelmass entstehen kann. Dabei braucht es gar nicht viel: bewusst gesetztes Licht, spezielle Perspektiven, sich wiederholende Farben und Muster und schon gewinnt der Output an Attraktivität. Zudem: Oft wird unterschätzt, wie schnell ohne diese klare Direction, Biases und negative Tendenzen übernommen werden.

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Was es braucht

Die gute Nachricht: Diese Probleme sind lösbar. Sicherlich erfordern einige davon mehr Aufwand, dennoch wird sich diese Investition langfristig auszahlen. Grundsätzlich gilt es, drei Cluster von Fragen zu klären:

  1. Strategische Fragen: Warum wollen wir KI einsetzen? Wie setzen wir KI ein? Was ist bei der Verwendung von KI nicht erlaubt? Welchen Mehrwert erwarten wir?
  2. Content Analyse: Was ist der Status Quo? Welche neuen Möglichkeiten eröffnen sich? Wie sieht unser Content aus? Welche Eigenschaften prägen ihn? Wie erzählen wir unsere Marke?
  3. Umsetzung: Wer soll den Content umsetzen? Welches zusätzliche Wissen ist dafür nötig? Welche technischen Grundlagen müssen wir schaffen?

Fazit

Was passiert, wenn künstliche Intelligenz richtig eingesetzt wird zeigen Firmen wie Zalando. Matthias Haase, VP of Content Solutions bei Zalando, berichtet davon, wie sie durch den Einsatz von KI die Produktionszeit für Kampagnen von von ursprünglich sechs bis acht Wochen auf nur vier Tage reduzieren konnten. Zeitlgeich haben sie durch andere Integrationen die Anzahl Rücksendungen und die Conversion Rate deutlich verbessern können.

Doch KI ist kein Plug-and-Play-Produkt. Auch wenn manche Tools einfach zu bedienen sind, benötigen sie eine klare Strategie, Regulierung und Kommunikation, um ihr Potenzial auszuschöpfen.